Bachs Weihnachtsoratorium und die polnische Königswahl

Artikelnummer: 978-3-87537-329-5

Kategorie: Musik


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Autor: Ludwig Prautzsch
ISBN: 978-3-87537-329-5
Broschur, 209 Seiten
Verlag: Merseburger

 

Was hat Johann Sebastian Bach veranlasst, nach dem Tode August des Starken 1733 dem neuen Kurfürsten keine neue Geburtstagskantate zu komponieren? Statt dessen schrieb er abweichend vom bisherigen Brauch große Huldigungskantaten für dessen Gemahlin und den erst elfjährigen Erbprinzen.

Warum hat Bach 1734 einen großen Teil der Chöre und Arien für das Weihnachtsoratorium aus mehreren Huldigungskantaten für das Haus seines Landesfürsten übernommen? Konnte daraus ein Werk entstehen, das in seiner Form und seiner Aussage der Botschaft eines der großen Feste der Christenheit entspricht?


Diese Fragen bewegten Ludwig Prautzsch bei vielen Aufführungen des wohl beliebtesten Oratoriums. Seine Untersuchung beginnt bei der politischen Lage in Sachsen zur Zeit Bachs. Prautzsch zeigt auf, wie sich die politischen Ereignisse dieser Jahre, in denen die Nachfolge August des Starken auf dem polnischen Königsthron geregelt werden musste und die Heere Russlands, Österreichs und Sachsens in Polen einmarschierten, in Bachs Werken widerspiegeln. Die gründliche Untersuchung der Werke Bachs führt über die Betrachtung der Texte der Huldigungskantaten und des Oratoriums zur Arbeit des Komponisten nicht nur bei der Vertonung, sondern auch in der Niederschrift seiner Partitur. Daraus erwächst die Erkenntnis, dass Bach von vornherein das Weihnachtsoratorium als Antwort auf die Irrwege fürstlicher Machtpolitik geplant haben könnte.