Ein Bild- und Schriftraum der Reformation. Dokumentation sämtlicher Bildwerke und Inschriften in ihren Kontexten
Wegen ihrer reichhaltigen Ausstattung mit Bildern und Inschriften darf die Kapelle des Schlosses zu Celle als herausragendes Ensemble bezeichnet werden. Dass dieses Gesamtkunstwerk offenbar ohne gravierende Verluste überliefert ist, ist ein Glücksfall. Trotz ihrer kunsthistorischen Aufarbeitung fehlt bisher eine Untersuchung aus historisch-theologischer und insbesondere aus bildtheologischer Perspektive, die in diesem Band vorgelegt wird.
Rund ein Drittel der Gemälde werden dem bereits zu Lebzeiten äußerst renommierten Antwerpener Künstler Marten de Vos d. Ä. (1532-1603) zugeschrieben.
Die in der Kapelle versammelten Bildwerke und Inschriften beginnen sehr viel deutlicher zu "sprechen", wenn man sie mit der zeitgenössischen Theologie, Bibelexegese, Predigtpraxis und Frömmigkeit in Beziehung setzt. Die Grundkonzeption strebt eine beeindruckend durchdachte Verbildlichung der im Alten und Neuen Testament geschilderten Geschichte des dreieinigen Gottes mit den Menschen nach Maßgabe des Glaubensbekenntnisses an und nimmt dabei Bezug auf eine erstaunliche Vielzahl von alt- und neutestamentlichen Erzählzusammenhängen. Der Bogen wird von Schöpfung, Paradies und Sündenfall bis hin zum Jüngsten Gericht gespannt.
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