Aus dem Vorwort:
Shalom (Frieden) ist eine Meditation über von Menschen verschuldeten Unfrieden und Hoffnung auf Frieden als göttliche Gabe. Die Erinnerung an gegenseitig zugefügtes und erlittenes Unrecht führt zu einem Kreislauf anhaltender Verbitterung, den wir Menschen aus eigener Kraft kaum auflösen können. Von der Klage darüber ist der orientalisch gefärbte 1. Satz, inspiriert von Psalm 137, erfüllt - dagegen lässt der 2. Satz (Psalm 23) mit dem Rhythmus einer Pastorale eine hoffnungsvolle Szene in einer blühenden Landschaft vorüberziehen - nur kurz verdunkelt im finsteren Tal . - , bevor die langsame Einleitung zum 3. Satz klagende und anklagende Gesten aus dem 1. Satz miteinander verwebt und verdichtet - bis hin zu einem 10-tönigen Cluster, der sich schließlich in eine jazzige Dominante auflöst.
Danach taucht eine folkloristisch anmutende Hirten-Melodie auf, die durch ständige eindringliche Wiederholung den Friedenswillen der Völker heraufbeschwören soll, unterlegt von Martin Luther’s ökumenischem Friedenslied Verleih uns Frieden, gnädiglich (nach der frühmittelalterlichen Antiphon Da nobis pacem aus dem 9. Jahrhundert) und außerdem noch verwoben mit dem volkstümlichen israelischen Friedens-Lied Shalom chaverim (im Kanon zwischen Solostimme und Orgelbegleitung). Die Solostimme kann von Trompete, Querflöte, Saxophon, Violoncello, Viola oder einer weiteren (kleineren) Orgel gespielt werden, die Begleitung ist in allen Versionen genau gleich, die ausgedruckten Einzelstimmen unterscheiden sich hauptsächlich durch ihren durch Oktavverlegungen an das jeweilige Instrument angepassten Tonumfang.
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